Der Dampftriebwagen 4 der Kerkerbachbahn

Hersteller

Fabriknummer

Baujahr  Indienststellung bei der KB

Abstellung / Verschrottung

Länge ü. Puffer

Achsfolge/ Typ

Achsstand

Leergewicht

Dienstgewicht

Heizfläche

Rostfläche

Kesseldeuck

Zylinderdurchmesser

Kolbenhub

Vorräte  Kohle/ Wasser

Leistung

Komarek   Wien

347

1906

vermutlich 1930 -35

16,40 m

A1` 2`   

2250 mm im Antriebsdrehgestell

19,8 t

26,0 t ( Vorräte und Zuladung)

23,5 qm

0,65 qm

14 atü

200 / 300 mm Hoch u. Niederdruckteil

250 mm

-    -

75 PS


Der Dampftriebwagen wurde sicher im Jahre 1906 an die Kerkerbachbahn geliefert. Es liegt ein Schreiben vom April 1906 vor, in dem nach den Adressen der Landräte und Bürgermeister angefragt wurde, um sie zu einer Sonderfahrt Dehrn - Heckholzhausen und neu bis Hintermeilingen einzuladen. 

Der Triebwagen hatte einen Gepäck, einen Post, einen 3. Kl Abteil mit 25 Plätzen, ein 2. Kl Abteil mit 10 Sitzplätzen, sowie einen Abort. Gebremst wurde mit einer Spindel Handbremse sowie eine Vakuum Bremse. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 35 km/h. Der Lokführer war gleichzeitig Heizer, bei geschobener Fahrt besetzte der Schaffner das vordere Wagenende um die Strecke zu beobachten.

 

Nach eine Aufstellung der Kerkerbachbahn vom 07.01.1926 zur Gebührenabgabe nach Heizfläche der Loks, wird der Komark Dampftriebwagen abweichend mit einer Heizfläche von 20,24qm benannt. Ferner trägt er die Betriebsnummer 4

 

Leider gibt es keine Bilder des Dampftriebwagens. Daher habe ich seine schriftliche Erwähnung auf den Dokumenten hier eingestellt.

In die kleine Bahn zwischen der Lahn und dem Westerwald hatte man große Erwartungen gesetzt, die nicht, oder nur zum Teil erfüllt wurden. Sie wurde in eine unruhige Zeit hineingebaut.

Der 1. Weltkrieg, die Inflation, die Rhein-Ruhrbesetzung der Franzosen, die hohen Reichsbahn-Frachttarife, der 2 Weltkrieg,der aufkommende Güter-Straßenverkehr......... viele Faktoren standen gegen eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung. Mehr als einmal stand die kleine Bahn fast vor den Aus. Trotzdem hat sie fast 90 Jahre die Landschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und die Menschen am Kerkerbachtal begleitet und geprägt.

Hier soll an Sie erinnert werden, damit sie weiterlebt. Auf den Festplatten der Rechner, in den Köpfen und den Herzen der Menschen.