Luftaufnahme des Betriebshof Kerkerbach
Luftaufnahme des Betriebshof Kerkerbach

 

Luftbild des Bahnhofs Kerkerbach Mit den nassauischen Terrazzowerken, der Werkstatt, Verwaltungsgebäude und das Sturzgerüst. Lok 17 und Lok 15 oder 16 rangieren gerade.

 

Blick von der Fußgängerüberführung zum Bahnsteig Richtung Westen.

Vorne, die 2 G- Wagenkästen auf der kleinen Rampe dienen als Expressgut- Stückgutlager, zum Umladen zwischen Staatsbahn und der Kerkerbachbahn.

Dahinter die Umladehalle und spätere Diesellokwerkstatt.

Rechts hinten die Rampe zum Sturzgerüst, von der die Schüttgüter wie Kalk, Schamott, Eisenerz und Basalt in die Staatsbahnwagen schnell umgeladen werden konnten.

 

Hier sieht man noch mal im Detail das Sturzgerüst mit Schmalspurwagen oben. Sie wurden von einer Seilwinde (in der Wellblechbude) bewegt. Die neueren Loks, wie Lok 14 -19, waren zu schwer und durften das Sturzgerüst nicht befahren. Auch das untere Gleis hatte Einschränkungen, so konnte die Regelspur-Lok 17 dort nicht fahren. Die Schmalspurloks 15 u. 16 schoben die offenen Güterwagen darunter.

 

Der Haltepunkt Kerkerbach West war der einzige, der so etwas wie einen Bahnsteig hatte, alle übrigen Stationen hatten nur einen Erdhaufen, an den der Lokführer den Personenwagen hinzirkeln musste. Je nach Länge der Züge war das nicht gerade einfach, hing doch der Personenwagen immer am Schluss des Zuges.

Das Häuschen und die Bahnsteigkante kann man heute noch auf dem Gelände des Getränkehandel Königstein  in Kerkerbach finden.

Im Jahre 1906 verlegte die Kerkerbachbahn ihren Hauptsitz nach und nach von Christianshütte nach Kerkerbach. Dazu wurde auch dieses neue Verwaltungsgebäude gebaut. Heute wird es von der Steuerberatung Jung genutzt.

Dahinter lukt die Ostsete der Werkstatt heraus, in der die Dampfloks und Wagen repariert wurden. Sie wird heute von der Runkler Autoverwertung genutzt.

Ganz hinten rechts sieht man die LKW und Bus Werkstatt der Kerkerbachtal- Gesellschaft. Unter diesem Namen firmierte die LKW Sparte der Kerkerbachbahn.

 

Fast alle Weichen auf der Kerkerbachbahn waren Handweichen und wurden vom Rangierpersonal selbst gestellt. Allein die 4 Weichen unmittelbar vor dem Stellweks- Gebäude wurden durch dem Weichenwärter betätigt. Die Gleise wurden zum Rangieren im Ablauf- Abstoßbetrieb genutzt, so war ein schnelleres Arbeiten möglich.

Der Weichenwärter war gleichzeitig Zugleiter auf der Strecke Dehrn- Kerkerbach- Hintermeilingen, bei dem die Züge ihre Fahrtfreigabe fernmündlich einholten. Signale gab es bei der Kerkerbachbahn nicht.

Die Schiffe an der Lahn brachten Koks für die Kalkwerke Steeden und nahmen bei der Rückfahrt Kalkstein, Basaltsteine oder Schamott mit. Die Kerkerbachbahn, als Eigentümer des Hafens, nutzte die Lahnschiffe, um zeitweise die teuren Reichbahn- Bundesbahn- Tarife zu umgehen. 

Hier "Lahn 5" mit dem Dampfkran 1oder 2 ca 1960.

In die kleine Bahn zwischen der Lahn und dem Westerwald hatte man große Erwartungen gesetzt, die nicht, oder nur zum Teil erfüllt wurden. Sie wurde in eine unruhige Zeit hineingebaut.

Der 1. Weltkrieg, die Inflation, die Rhein-Ruhrbesetzung der Franzosen, die hohen Reichsbahn-Frachttarife, der 2 Weltkrieg,der aufkommende Güter-Straßenverkehr......... viele Faktoren standen gegen eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung. Mehr als einmal stand die kleine Bahn fast vor den Aus. Trotzdem hat sie fast 90 Jahre die Landschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und die Menschen am Kerkerbachtal begleitet und geprägt.

Hier soll an Sie erinnert werden, damit sie weiterlebt. Auf den Festplatten der Rechner, in den Köpfen und den Herzen der Menschen.