Über ein Lokomobil bei der Kerkerbachbahn gibt es nur ein Schriftstück von der Aufsichstbehörde, die wegen der Kesselfrist nachfragt. Antwort des Werkmeisters Schothotto aus Schupbach war, dass man das Lokomobil, wegen Anschaffung eines Ölmotors, stilllegen werde. 

Beide Antriebsmaschinen dienten dem Antrieb der Transmisionsanlage in der Werkstatt Christianshütte. Früher wurde mit Lederriemen eine Transmisionswelle angetrieben, von der dann wieder mit Lederriemen der Antrieb für Bohr- oder Drehmaschinen abgegriffen.

In die kleine Meterspur- Bahn zwischen der Lahn und dem Westerwald hatte man große Erwartungen gesetzt, die nicht, oder nur zum Teil erfüllt wurden. Sie wurde in eine unruhige Zeit hineingebaut.

Der 1. Weltkrieg, die Inflation 1923, die Rhein-Ruhrbesetzung der Franzosen, die hohen Reichsbahn-Frachttarife, der 2 Weltkrieg, der aufkommende Güter-Straßenverkehr......... viele Faktoren standen gegen eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung. Mehr als einmal stand die kleine Bahn fast vor den Aus. Trotzdem hat sie fast 90 Jahre die Landschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und die Menschen am Kerkerbachtal begleitet und geprägt.

Hier soll an Sie erinnert werden, damit sie weiterlebt. Auf den Festplatten der Rechner, in den Köpfen und den Herzen der Menschen.