Die chronologische Abfolge der Geschichte der Bahn

   
   
14.10 1862 Betriebsaufnahme der Lahntalbahn im Abschnitt Limburg- Weilburg
12.03.1873 Treffen einiger Fabrikanten und Grubenbesitztern in Limburg, welche sich um die Erschließung der Seitentäler der Lahn bemühten. Bildung eines Komitees. In einer 17 seitigen Denkschrift wurde eine Bahn in das Issertal, Solmsbachtal, Weiltal und Kerkerbachtal gefordert.
30.09.1881 Die seit 1878 stillgelegte Christianshütte wir an einen späteren Aktionär der Kerkerbachbahn verkauft
--.08.1873 Ingenieur von Humboldstein vermisst, im Auftrag des Komitees das Kerkerbachtal für einen möglichen Bahnbau.
09.04.1884 Erteilung einer Konzession zum Bau einer Schmalspustrecke Dehrn- Kerkerbach- Heckholzhausen durch die preussische Staatsregierung
12.05.1884 Gründung der Kerkerbachbahn AG in Limburg,  Grundkapital durch Aktienausgabe 950 000 Mark,  von 1900 Aktien sind ca. 1300 in holländischer Hand
07.06.1884 Genehmigung zu ersten Vorarbeiten
Ende 1884 Baubeginn durch die Fa. Soenderop u. Co Berlin
01.05.1886 Eröffnung des Abschnitts Dehrn- Kerkerbach für den Güterverkehr
01.07.1887 Verlegung des Firmensitzes von Limburg nach Christianshütte
05.11.1887 Eröfffnung des Abschnitts Kerkerbach- Eschenau für den Güterverkehr
10.01.1888 Eröfffnung des Abschnitts Eschenau- Heckholzhausen für den Güterverkehr
01.06.1888 Eröffnung des Personen, Post, Gepäck und Stückgutverkehrs auf der Gesammtstrecke
07.06.1888 Ausgabe weiterer Aktien und Aufnahme eines Kredites wegen Überschreitung der Bausumme um 350000 Mark
13.11.1888 Bei Fa. Kraus München wird eine C gekuppelte Lok bestellt
27.03.1889 Unter Fabrik Nummer 1912 wir Lok 3 geliefert und erhält den Namen Dachs
01.11.1889 Die Staatsbahn richtet einen Personenzughalt in Kerkerbach ein. Übergang von und zur Kerkerbachbahn für Personen und Gepäck sind endlich möglich.
01.04.1890 Eilgutsendungen werden an u. von Kerkerbachbahn zur Staatsbahn übergeben-übernommen
          1891 das Stationsgebäude wird von Schadeck nach Eschenau umgesetzt
          1894 Eine Seilbahn zur Basalttransport von der Grube Gilshag zum Bf Heckholzhausen wird gebaut.
21.09.1895 Auf der Akionärs- Generalversammlung wurden erste Vorarbeiten zum Ausbau der Strecke nach Mengerskirchen beschlossen.
Ende 1896  Erste nennenswerte Erzverladungen von Schupbach, Eschenau und Heckholzhausen werden erwähnt.
18.08.1898 Erzversand von der Grube Hermine im Runkler Wald durch die Fa. Buderus.
04.12.1901 Erteilung der Konzession von Heckholzhausen nach Hintermeilingen mit Rollbahn von Schlagmühle nach Lahr.
08.06.1904

Erteilung der Konzession von Hintermeilingen nach Mengerskirchen

Juli    1905  Beginn der Bauarbeiten zw. Heckholzhausen nach Hintermeilingen
01.10.1905 Eröffnung der Strecke Heckholzhausen nach Hintermeilingen
          1906 Verlegung des Firmensitzes von Christianshütte nach Kerkerbach
24.10.1907

Eröffnung der Strecke Hintermeilingen nach Waldernbach

          1907

 Anschaffung des Komarek Dampftriebwagens  Fabr.Nr.:347

14.04.1908 Eröffnung der Strecke Waldernbach nach Mengerskirchen
02.03.1908 Übernahme der Konzession der Seil und Grubenbahn Heckholzhausen- Obertiefenbach (Grube Niederstein)
Mai  1909 Lok 12 wird von Fa. O u. K mit Fabrik Nummer 3260 geliefert
          1909 Die Betriebsanlagen und Gleise des Bahnhofs Kerkerbach werden erweitert
April   1911 Lok 13 wird von Fa. O u. K mit Fabrik Nummer 4396 geliefert
17.06.1911 Eröffnung des Anschlußbahn (6km) von Bf Eschenau nach Obertiefenbach (Beselicher Hof)
10.11.1913 Konzessionserteilung eines Anschlusses zum Steinbruch Füllburg
          1914 Eröffnung des Anschlusses Füllburg
          1914 Gröste Ausdehnung des Streckennetzes der Kerkerbachbahn
          1914 Beginn des 1. Weltkriegs ----------Dramatischer Frachtrückgang
          1916  Bau eines Anschlußgleises zur wiedereröffneten Grube Magnet bei Christianshütte
          1917 Bau des Gleisanschlusses der Nassauischen Teratzzowerke in Kerkerbach
23.08.1917 Entbindung von der Betriebspflicht und Stilllegung der Rollbahn Schlagmühle- Lahr
1918 Ende des 1. Weltkrieges mit nachfolgenen Wirtschaftseinbruch, Ruhrbesetzteung,Inflation usw.
26.03.1919 Lok 14 wird von Fa. Krauss mit Fabrik Nummer 7519 geliefert
          1919 Abbau der Anschlußbahn Eschenau- Beselicher Hof
Sommer 1920 Versammlung aller Intresenten wegen der Zukunft der Strecke Hintermeilingen- Mengerskirchen in Limburg.
03.10.1920 Entbindung von der Betriebspflicht auf der Strecke Hintermeilingen- Mengerskirchen Gleise blieben aber liegen, gelegentlich wurden noch Anschlüsse bedient.
01.04.1922 Christian F. L. Bansa wird Vorstand der Kerkerbachbahn
23.05.1923 Gründung der HIME Hintermeilinger- Mengerskirchener- Anschlußbahn GmbH durch die Fa. Eisfelder Steinwerke die den Wagenverkehr für sich und andere Kunden weiterbetrieben.
          1923 Der Bahnhof Hintermeilingen wird um ein Übergabegleis erweitert
August 1923 Entlassung sämtlicher Arbeiter der Kerkerbachbahn wegen der katastrophalen Wirtschaftslage. Notbertieb nur nit den wenigen Beamten.
1924 Anschaffung eines Dampfkrans
31.03.1924  Nach der Inflation wird das Kapital der Kerkerbachbahn auf 2 000 000 Goldmark umgestellt.
27.09.1924 Entbindung von der Betriebspflicht der Roll- u. Seilbahn Heckholzhausen- Obertiefenbach und Stilllegung dieser
20.04.1927 Lok 2 "Steeden" Fabrik Nr:2092 wird ausgemustert
          1927  Die HMIE kauft noch einmal eine Lok Borsig Nr:1892/4427
           1928 Schiffbarmachung der Lahn von Niederlahnstein bis Dehrn für Schiffe bis 200t
          1929 Der stillgelegte Kalkbrennofen in Schupbach wird von den Tongruben Maria Hintermeilingen gekauft und zu einem Schamottbrennofen umgebaut
20.01.1930 Entbindung von der Betriebspflicht auf der Strecke Dehrn- Kerkerbach für den Personneverkehr (Seit Ende 1929 Stillgelegt)
           1930 Vertrag zwischen der Kerkerbachbahn und dem Bezirksverband über den alleinigen Betrieb im Hafen Dehrn durch die Kerkerbachbahn
08.03.1931 Wagen 19 entgleist im Bf Eschenau wegen verm. scharf gelaufene Spurkränze
06.06.1931 Der Bahnhof Waldernbach wird an Dachdecker Johan Hilpsch aus Waldernbach verkauft
18.06.1931 Nach Abbruch des Gleises 3 des Bahnhofs Eschenau kann die Kurve hinter dem Bahnhof von 80m auf 120m Radius erweitert werden
 02.08.1931 Stilllegung der Grube Magnet bei Christianshütte
01.10.1931

Wagen 31,32 u. 46 entgleisen wegen Mangel am Wagen 31,

Maßnahmen:

Werkmeister Schrothotto wird zum 18.12.31 entlassen, Regierungsbaurath Grimrath zur Kontrolle der Wageninstandhaltung eingestellt und die Wagenwerkstatt nach Kerkerbach verlegt.

           1931

Die Fa Hubalek bittet die Weichen 3 und 8 ihres Anschlusses auszubauen, da sie nicht gebraucht werden und teuer in Miete und Unterhaltung sind

10.02.1932 Anschaffung des Dampfkrans Nr:2
           1932 Ankauf der gebrauchten Kastenlok 4 von der Köln- Bonner Eisenbahn  Fabr. Nr: Hargans 356
17.04.1932 Antrag auf Stillegung des Sonntagverkehrs
30.07.1932 Zug 7 entgleist bei Km 10,2 Gleisverwerfung durch hohe Temp.
26.11.1932 Wagen 126 entgleist bei Km 5,74 unterhalb Schadeck wegen "durch starken Regen" eingesunkener Schienenstoß
25.04.1933 Lok 12 erleidet einen Kurbelbruch, sie steht 482 Tage in Christianshütte bis zur Instandsetzung,    erst am 20.08.1934 wieder in Betrieb
24.08.1934

Zug 4 entgleist in Km 12,0 mit Lok 12, Wagen 92 u. 166

wegen morscher u. loser Schwellen

           1935 Endgültige Stilllegung der Strecke Mengerskirchen- Hintermeilingen
           1937 Lok 4 (Siam Lok) wird von der Brohltalbahn gekauft
           1937 Bau eines dreischienigen Anschlußgleises zur Reichautobahnbrücke in Limburg von Dehrn Hafen - Dietkirchen bis zur Baustelle kurz vor Limburg
23.04.1937 Genehmigung zur Einrichtung von Kraftwagenlinien für Personen und Gütertransport.
1937-1938 Die bestehende Güterhalle mit Laderampe wird zur neuen Lok und Wagenwerkstatt ausgebaut
           1939 Einrichtung von Gütertransporten per LKW durch die Kerkerbachbahn
1937- 1939 Transport von ca 250 000t Material zur Autobahnbrückenbaustelle
           1939 Rückbau der Strecke Dehrn - Limburg nach Beendigung des Brückenbaus
           1939 Für die Erzverladung aus dem neuen Zugangsstollen der Grube Eisensegen wird bei Km 10.8 hinter Eschenau eine Anschlussgleis mit Verladeanlage gebaut. 
20.10.1940 Die Erzverladung wird wegen Erschöpfung der Lagerstätte schon wieder stillgelegt
      ca 1944 Umbau der Güterwagen 17 u. 19 zu Behelfspersonenwagen
           1946 Kerkerbachbahn wird duch das Land Hessen sozialisiert. d.h von einem Treuhänder geleitet.
           1947 Ins Auge gefasste Stilllegung der Kerkerbachbahn, wegen nachkriegsbedingten Materialmangels, wurde durch das hessische Wirtschaftsminnisteriunm verhindert
           1948 Ankauf von 2 Heeresfeldbahnloks mit Spurweite 750mm zwecks Umbau
           1948 Ausbau des Stedener Kalkwerks mit Umsatzsteigerung für die Kerkerbachbahn
 Juli.  1949 Einrichtung einer Omnibuslinie Schupbach- Limburg
         1949 Fertigstellung von Lok 15  Henschel 26169
         1950 Fertigstellung von Lok 16  Jung 9577
04.12.1953 Resozialisierung der Kerkerbachbahn, d.h. Rückgabe an die Aktionäre
           1956 Übernahme der Regelspur- Lok 53 der BASF als Lok 17
           1956 Übergabe der Omnibuslinie Schupbach - Limburg an eine private Busgesellschaft
           1957 Einstellung des LKW Verkehrs wegen Unrentabilität
28.05.1957 Ankauf des Hafens Dehrn (bisher nur angemietet)
1958 Bestellung von 2 Dieselloks bei Ruhrthaler
1958 Verlegung der Gleisanlage im Bereich der Kalkwerke Steeden zur Lahnseite
1958 Umladehalle wird zur Diesellokwerkstatt umgebaut
1958  Versuch der Einrichtung eines Rollwagenverkehrs
05.02.1958 Entbinbung von der Betriebspflicht für den Personenverkehr auf der Strecke Hintermeilingen- Schupbach (Personenwagen wurde aber weiterhinn bis Hintermeilingen mitgeführet)  Einstelling des Sonntagsverkehrs auf der Gesammtstrecke
14.10.1958 Anlieferung der ersten Diesellok 18   Ruhrthaler Nr :3574
04.12.1958 Anlieferung der ersten Diesellok 19   Ruhrthaler Nr :3575
1959 große Feier zum Jubiläum 75 Jahre Kerkerbachbahn
19.12.1959 Einrichtung eines Stadtbusverkehrs in Limburg
31.03.1960 Einstellung des Stadtbusverkehrs in Limburg
1959 Gründung der KETAG (Kerkerbachtal Gesellschaft für Transporte und Industrieförderung mbH) zur Wiederaufnahme des LKW Verkehrs
25.07.1960 Einstellung des Personenverkehrs auf der Strecke Kerkerbach Schupbach
01.12.1960 Entbindung von der Betriebspflicht auf der Strecke Kerkerbach- Schupbach
17.12.1960 Fahrt mit Sonderzug und Filmaufnahmen durch Direktor Kuhn
20.12.1960 Letzter Güterzug auf der Schmalspurstrecke
1961 Rückbau der Strecke Hintermeilingen- Kerkerbach
1961 Verschrottung aller Dampfloks      Umspurung Diesellok 19
1962 Rückbau des 3. Gleises Kerkerbach- Dehrn
30.04.1962 Inbetriebnahme des Dieselkrans Nr:3
ca 1964 Der Bahnhof Schupbach wird bei der Verlegung der Straße nach Wirbelau abgerissen
ca 1970 Im Bf Kerkerbach wird ein Industriestammgleis entlang des Kerkerbachs angelegt
1972 Ankauf der Lok 20 für den Museeumszug Kerkerbach
1974 Feier: 90 Jahre Kerkerbachbahn
21.12.1974 Vertragsunterzeichnung zwischen Deutsche Bundesbahn und Kerkerbachbahn zur Übername
31.12.1974 Übergabe der gesammten Betriebsanlagen und des Personals an die Deutsche Bundesbahn. Auflösung aller Tochtergesellschaften der Kerkerbachbahn
1975 Betrieb durch die DB.   Steedener Kalkwerke liefern nicht mehr Kalk zur BASF nach Ludwigshafen. Fa Plastipol und Andere sorgen aber für hohes Wagenaufkommen
1975 Kerkerbachbahn steigt mit dem Verkaufseröls in Immobiliengeschäfte ein
ca 1975 Der Firmensitz wird nach Heidelberg verlegt. Später nach Mannheim
ca 1980 Das ehemalige Bahnhofsgebäude Hintermeilingen wird abgerissen
ca 1982

Tom.C.Sieger erlangt die Aktienmehrheit an der Kerkerbachbahn und bringt später die Gesellschaft, wegen Betrügereien, zu Fall.

12.05.1984

100 Jahre Kerkerbachbahn Herausgabe eines Hochglanzprospektes zum Anlocken von Geldgebern zur Kapitalerhöhung

27.08.1984

Die Betrügereien fliegen auf. Tom Sieger wird verhaftet. Der aufgeblähte Aktienkurs stürzt in Bodenlose.

10.09.1984 Antragstellung auf Konkurs beim Amtsgericht Mannheim
   
   
 1987 Das erste Buch zur Kerkerbachbahn von Andreas Christopher erscheint:    "100 Jahre Kerkerbachbahn"
   
   
2000 Eine Ausstellung des Mengerskirchener Turm- und Museeumsvereins zum Thema Kerkerbachbahn findet statt
Sommer 2000 Mit dem Rationalisierungsprogramm MORA-C stellt die Deutsche Bahn AG die Bedienung der Strecke Kerkerbach - Dehrn ein.
ca. 2002 Das ehemalige Bahnhofsgebäude Heckholzhausen wird von einem Radlader beschädigt und danach abgerissen.
   
   
   
2010 Das Gleis Kerkerbach -Steeden wird erneuert, da das Kalkwerk Schäfer wieder Kalk nach Ludwigshafen zur BASF liefert. Wegen des Baus der Umgehungsstraße Dehrn wird die gesammte Gleisanlage der Kalkwerke umgebaut.
2010 Im Stadtarchiv Runkel ist die vom Herrn Trescher gestiftete  Sammlung zur Kerkerbachbahn nicht mehr aufzufinden!      Wer hat das Zeug???
2010 Der Heimatverein Schadeck erinnert an:"50 Jahre Betrieseinstellung auf der Schmalspurstrecke" mit einer Ausstellung in der Grünen Au beim ehemaligen Haltepunkt Schadeck
Sommer 2010 Der Besitzer des Geländes des ehemaligen Bahnhofs Kerkerbach West, Herr Königstein  lässt  das Dach des Wartehäuschens reparieren
2012 Die Stadt Runkel legt auf dem Bahndamm zwischen Kerkerbach und Hofen einen Rad und Wanderweg an.
 Okt.  2017  Die Aufarbeitung des Wagen 19 beginnt
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
 

In die kleine Bahn zwischen der Lahn und dem Westerwald hatte man große Erwartungen gesetzt, die nicht, oder nur zum Teil erfüllt wurden. Sie wurde in eine unruhige Zeit hineingebaut.

Der 1. Weltkrieg, die Inflation, die Rhein-Ruhrbesetzung der Franzosen, die hohen Reichsbahn-Frachttarife, der 2 Weltkrieg,der aufkommende Güter-Straßenverkehr......... viele Faktoren standen gegen eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung. Mehr als einmal stand die kleine Bahn fast vor den Aus. Trotzdem hat sie fast 90 Jahre die Landschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und die Menschen am Kerkerbachtal begleitet und geprägt.

Hier soll an Sie erinnert werden, damit sie weiterlebt. Auf den Festplatten der Rechner, in den Köpfen und den Herzen der Menschen.