Anschluß zu den Basaltbrüchen am Beselicher Kopf

Nachdem um 1900 Ton, Basalt und Eisenerzgruben am Beselicher Kopf erschlossen wurden suchte man nach einer besseren Transportmöglichkeiten. Es liegen mehrere Schreiben vor, eine Seil- oder Feldbahn nach Kerkerbach oder Steeden, ja sogar eine Regelspurbahn ab Bf. Elz zum Beselicher Kopf genehmigen und bauen zu lassen. Dies war nun wirklich nicht im Sinne der Kerkerbachbahn und sie bekämpfte dieses Ansinnen nach Kräften. 1909/10 einigte man sich dann doch auf eine Anschlußbahn nach Eschenau. Mit dem Bau wurde 1910 begonnen. Die Strecke ging im Sommer 1911 in Betrieb.

Unten einige Bilder vom Bau aus dem Winter 1919/11

Blick aus dem Einschnitt ins Kerkerbachtal Richtung Eschenau. Die Gleise liegen auf einer groben Steinpackung, der Schotter fehlt noch. Es wurde ein hoher Damm aufgeschüttet um gleich aus dem Bahnhof heraus Höhe zu gewinnen.

Hier nochmal in Vergrößerung der Blick Richtung Bahnhof Eschenau. Unten Mitte die Kerkerbachbahn, wie sie die Straße nach Hofen quert.  Das Bahnhofsgebäude ist klar zu erkennen und ein Wagen davor, man glaubt drei Fenster in der Front zu erkennen was zu dem Komarek Dampftreibwagen passen würde.

Hier sind wir nun weiter oben im Eschenauer Feld. Dort findet man heute noch den aufgeschütteten Damm der Spitzkehre von der der Fotograf dieses Bild machte. Links kommt die Strecke im großen Bogen von Eschenau herrauf, rechts kommt die Lok gerade vom Beselicher Kopf herunter. Die Spitzkehre diente dem Längengewinn, damit die Steigung nicht zu groß wurde und der Sicherheit. Falls mal ein Zug durchging rauschte er nicht gleich bis Eschenau herunter.

Hier nochmal eine Vergrößerung der Lok. Leider läßt sich die Maschinen nicht eindeutig bestimmen. Entweder handelt es sich um Lok 1 oder 2 der KB, oder um eine zu Bauzwecken angemietete Lok. Die Steigung hinauf zum Beselicher Kopf war schon enorm, jedoch wurden bergauf fast nur leere Wagen befördert, beladen fuhr man sie nach Eschenau herab. Ältere Anwohner berichteten aber von mehreren Fällen, bei denen Züge mit atemberaubender Geschwindigkeit den Berg herunterrauschten. Von größeren Unfällen ist aber nichts bekannt, es ging wohl alles noch glimpflich ab.

Noch nicht genau zuordnen, kann ich die nächsten 2 Bilder.  Sie müssen weiter oben am Beselicher Kopf gemacht worden sein. Das Haus wäre ein Anhaltspunkt. Ich vermute beim Apfelbauer von Obertiefenbach/ gegenüber den heutigen Tennisplätzen

Wer weis mehr? Bitte melden.

Sicher ist aber, dass sie am selben Tag im Winter 1910/11 aufgenommen wurden, denn die Herren im Vordergrund finden sich auf allen Bildern und tragen die gleiche Kleidung

Im Januar 2014 machte ich mit einem ortskundigen "Deifebacher Bou" (Nieder)-tiefenbacher Junge; eine Wanderung auf der alten Trasse des Anschlusses von Eschenau zum Beselicher Kopf. Dabei ist folgende Bilderfolge entstanden.

Auf großen Teilen kann man die ehemalige Trasse, auf der von 1911 bis 1919 hauptsächlich Basalt abgefahren wurde, heute noch wiederfinden.

Schaut mal rein, oder noch besser schaut rein und erwandert die Sterecke auch mal selbst. Seite 67 der Kerkerbachbahn- Bibel, von Andreas Christopher, zeigt den genauen Verlauf.

In die kleine Meterspur- Bahn zwischen der Lahn und dem Westerwald hatte man große Erwartungen gesetzt, die nicht, oder nur zum Teil erfüllt wurden. Sie wurde in eine unruhige Zeit hineingebaut.

Der 1. Weltkrieg, die Inflation 1923, die Rhein-Ruhrbesetzung der Franzosen, die hohen Reichsbahn-Frachttarife, der 2 Weltkrieg, der aufkommende Güter-Straßenverkehr......... viele Faktoren standen gegen eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung. Mehr als einmal stand die kleine Bahn fast vor den Aus. Trotzdem hat sie fast 90 Jahre die Landschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und die Menschen am Kerkerbachtal begleitet und geprägt.

Hier soll an Sie erinnert werden, damit sie weiterlebt. Auf den Festplatten der Rechner, in den Köpfen und den Herzen der Menschen.