Anschluß Grube Magnet

Die Eisensteingrube Magnet liegt ca.1,5  Kilometer östlich zwischen Christianshütte und Wirbelau und wurde 1867 eröffnet. Gefördert wurde zuerst mit einem vertikalen Schacht Nähe der heutigen Straße L3020. Abgefahren wurde das Material mit Pferdefuhrwerken zum Bf. Runkel an der Lahntalbahn. Der Betrieb wurde aber 1900 stillgelegt. 1904 übernahm die Fa. Krupp die Regie und baute einen waagrechten Stollen ins Kerkerbachtal, was den Transport des Erzes wesentlich vereinfachte.  Während des 1. Weltkriegs war das Reich von Importen abgeschnitten . So passte es gerade, dass im Jahre 1915 der Stollen fertig war und mit einem direkten Gleisanschluss, größere Mengen Erz direkt nahe dem Mundloch verladen werden konnten.

 

Aus dem Vertrag der Firma Krupp mit der Kerkerbachbahn von 1915:

 

"Es sind vorgesehen 9 m lange 93 mm hohe Schienen mit einem Gewicht  

von 16 kg pro m, welche auf 11 hölzernen, mit Sublimat getränkten  
Holzschwellen von 1,8 m Länge, 13/18 cm Stärke und Unterlagsplatten  
aufgelagert sind und Hakennägel befestigt sind. Es ist schwebender  
Stoss mit Laschenverbindung vorgesehen. Als Bettungsmaterial ist pro  
lfd. m ein cbm Schotter aus Basaltsteinen gerechnet."

"Die ganze Länge des Anschlusses beträgt 303 m mit 1 einfachen Weiche  
und einer Doppelweiche und 2 Nebengleisen von 87 + 78 m Länge."

 

Die Bezeichnung "Doppelweiche" läßt den Schluss zu, dass es sich um drei Gleise im Anschluss gehandelt hat, so wie im Buch zur Kerkerbachbahn gezeichnet. Auch der Lageplan im hessischen Wirtschaftsarchiv gibt Dies wieder.  Jedoch ist zwischen den (heute noch stehenden) Stützwänden der Ladestelle nur für zwei Gleise Raum genug. Die Stützwände stehen auch in einem anderen Winkel zum Mundloch der Grube gegenüber der ursprünglichen Planung der Verladestelle. Hier hat man wohl zur Kosten- Ersparnis einen vereinfachten und geänderten Plan ausgeführt.

 

Die  Förderung wurde 1931 wieder eingestellt

In die kleine Bahn zwischen der Lahn und dem Westerwald hatte man große Erwartungen gesetzt, die nicht, oder nur zum Teil erfüllt wurden. Sie wurde in eine unruhige Zeit hineingebaut.

Der 1. Weltkrieg, die Inflation, die Rhein-Ruhrbesetzung der Franzosen, die hohen Reichsbahn-Frachttarife, der 2 Weltkrieg,der aufkommende Güter-Straßenverkehr......... viele Faktoren standen gegen eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung. Mehr als einmal stand die kleine Bahn fast vor den Aus. Trotzdem hat sie fast 90 Jahre die Landschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und die Menschen am Kerkerbachtal begleitet und geprägt.

Hier soll an Sie erinnert werden, damit sie weiterlebt. Auf den Festplatten der Rechner, in den Köpfen und den Herzen der Menschen.