Bahnhof Christianshütte Km 11,1

Postkarte
Postkarte

Waldesrauschen, Tannenduft,

Vogelsang und reine Luft

Seelenfrieden, Herzensfreud`

Dir die "Christianshütte" beut`

 

Bahnhofsrestauration mit Sommerfrische in kräftigender,

ozonreicher, absolut staubfreier Gebirgs- Waldluft.

Eigenthum der Kerkerbachbahn- Aktien- Gesellschaft.

 

 

So warb man um die Jahrhundertwende für das Ausflugsziel Christianshütte

 

 

Postkartenansicht 1913
Postkartenansicht 1913

1784 nahn die Christianshütte ihren Betrieb auf. 1796-1802 musste sie wegen der Kriegswirren mit den Franzosen vorübergehend Stillgelegt werden. Danach, unter der Leitung der Geb. Buderus, mit etwa 80 Beschäftigten wieder in Betrieb bis zum Jahre 1878. Roheisen wurden mit dem Erz aus den in näheren Umfeld liegenden Erzgruben,  mittels Holzkohle aus den umliegenden Wäldern gewonnen. Über 600 Tonnen pro Jahr, in guten Zeiten.  Später zeigte sich aber, daß die Christianshütte nicht verkehrsgünstig lag und gegen die Verhüttung mit Kohle aus dem Ruhrgebiet keine Chance hatte.

Sammlung Stefan
Sammlung Stefan
Postkartenansicht um 1900
Postkartenansicht um 1900

Im Jahre 1881 wurde die Christianshütte von der Fa. Buderus  an einen späteren Aktionär der Kerkerbachbahn verkauft. Dieser brachte die Gebäude ins Firmenvermögen mit ein. Die Kerkerbachbahn richtete hier ihre Werkstatt und Verwaltung ein und versuchte die Bahnhofsrestauration mit Hotel als Sommerfrische für Wochenendausflügler bekannt zu machen. Tennisplätze, Kegelbahnen, ein Aussichtsturm , Musik, Tanz- u. Teateraufführungen sorgten für Leben am Ort. Tatsächlich entwickelte sich die Christianshütte bis zum 1. Weltkrieg zum gesellschaftlichen Mittelpunkt der Umgebung.

Werkstatt Christianshütte um 1900
Werkstatt Christianshütte um 1900

1906 verlegte die Kerkerbachbahn jedoch die Verwaltung, 1933 Teile der Werkstatt, nach Kerkerbach. Die Reichsbahn und die Kunden auf der unteren Strecke nach Dehrn brachten den überwiedgenden Teil der Fracht. 1937 zog die letzte Werkstatt- Abteilung nach Kerkerbach und es wurde still um die Christianshütte.

Auch der Christiansstollen der 1916 nochmal in Betrieb ging schloß 1931.

Das Haus hinter dem Wagen gehörte der Kerkerbachbahn. Dort waren Büros , Lager und Übernachtungsräume für das Zugpersonal untergebracht.

Bahnhofsgebäude
Bahnhofsgebäude

Bild oben: Lok 16 beim Wasser fassen in Christianshütte, neben Kerkerbach die einzige möglichkeit zum "Wasser nehmen" für die Loks.

 

Bild links: die gleiche Stelle nochmal von hinten.

Lok15 mit dem Abbauzug 1961
Lok15 mit dem Abbauzug 1961

In die kleine Bahn zwischen der Lahn und dem Westerwald hatte man große Erwartungen gesetzt, die nicht, oder nur zum Teil erfüllt wurden. Sie wurde in eine unruhige Zeit hineingebaut.

Der 1. Weltkrieg, die Inflation, die Rhein-Ruhrbesetzung der Franzosen, die hohen Reichsbahn-Frachttarife, der 2 Weltkrieg,der aufkommende Güter-Straßenverkehr......... viele Faktoren standen gegen eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung. Mehr als einmal stand die kleine Bahn fast vor den Aus. Trotzdem hat sie fast 90 Jahre die Landschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und die Menschen am Kerkerbachtal begleitet und geprägt.

Hier soll an Sie erinnert werden, damit sie weiterlebt. Auf den Festplatten der Rechner, in den Köpfen und den Herzen der Menschen.